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Historie




Vorwort

In diesem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg kann nicht alles erwähnt werden, was passiert ist, welche Höhen und Tiefen die Klingenberger Feuerwehr in den nun über 150 Jahren ihres Bestehens erlebt hat. Aber er ermöglicht zumindest einen kleinen Einblick.
Ausführliche Informationen über die Einsätze und die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg in den vergangenen Jahrzehnten bietet die Festschrift anlässlich des 150-jährigen Gründungsfestes im Jahr 2014, sowie die Chronik zum Jubiläumsfest 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Klingenberg im Jahr 1989 und die Chronik zum 100-jährigen Gründungsfest im Jahr 1964.

Am 17. September 1864 schlug die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg

„Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“. Das ist wohl der bekannteste Wahlspruch der Feuerwehren. So ähnlich haben wohl auch die Gründerväter der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg gedacht, als sie im Jahr 1864 die Feuerwehr der Rotweinstadt gegründet haben.
Einige junge Klingenberger Bürger erkannten damals die Notwendigkeit, einen Feuerschutz aufzubauen und haben die Initiative ergriffen. Gemeinsam mit Mitgliedern des Gesangvereins und des Turnvereins, beide Vereine wurden bereits ein Jahr früher, 1863, gegründet, haben sie eine Feuerwehr aufgestellt. Zum ersten Kommandanten wurde der Notariatsbuchhalter Friedrich Eckard gewählt.

Erstes Gerätehaus und erste Druckspritze

Das erste Gerätehaus wurde 1867 am Marktplatz gegenüber der ehemaligen Post neben dem ehemaligen „Polizeihaus“, Hauptstraße 3, errichtet. Später wurde daneben am Schluchteingang die Bäckerei Müller erbaut. 1868 wurden eine Druckspritze und eine ausziehbare Stützstangenleiter angeschafft. Die Brandbekämpfung war damals die Hauptaufgabe der Feuerwehr. Dies hat sich im Wandel der Zeit verändert und heute überwiegen die vielfältigen Aufgaben im Bereich der Technischen Hilfeleistung.

Älteste Feuerwehr im Landkreis Miltenberg

Leider sind die ersten Jahre nicht lückenlos überliefert, weil erst ab 1874 ein Protokollbuch geführt wurde, anhand dessen die Geschichte der Klingenberger Feuerwehr nachgezeichnet werden kann.

Im Jahr 1875 wurde Karl Theodor Pfister zum Kommandant gewählt. Damit trat ein Mann an die Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg, dessen Name für lange Jahre mit der Geschichte der Feuerwehr verbunden war.

Kommandant Karl Theodor Pfister und seine Mitstreiter wollten das 25jährige Bestehen der Wehr gebührend feiern und die Wehrmänner, die seit der Gründung dabei waren, in würdiger Form ehren. Da es aber keine Aufzeichnungen über das genaue Gründungsdatum der Feuerwehr gab, wurde am 17. März 1888 eine schriftliche Anfrage an das Königlich-Bayerische Bezirksamt Obernburg geschickt. Diese Anfrage brachte Gewissheit: Die Freiwillige Feuerwehr Klingenberg wurde am 17. September 1864 gegründet. So ist es im Königlich-Bayerischen Bezirksamt protokolliert. Die Klingenberger Wehr ist somit die älteste Feuerwehr im Landkreis Miltenberg.

Beginn der Aufzeichnung

Der erste Eintrag im Protokollbuch der Feuerwehr war ein Bericht über eine Ausschusssitzung am 14. Januar 1874. Mit nüchternen Beschreibungen und trockenen Zahlen ist das Geschehen der nachfolgenden Jahrzehnte in den Protokollbüchern niedergeschrieben. Es liegt wohl an der Aufgabe und Zweckgebundenheit dieser Institution Feuerwehr, dass nicht allzu viele herausragende Ereignisse in der Chronik zu finden sind. Zumal die für die Feuerwehr als bemerkenswert festgehaltenen Ereignisse oftmals Brände und Katastrophen waren, wo die Feuerwehrleute mit hohem persönlichem Einsatz und unter großen Gefahren für Leib und Leben zu Hilfe eilten, um größeres Unheil zu verhindern.

Gesellschaftliches Leben in der Feuerwehr

Neben der ersten und wichtigsten Aufgabe des Feuerschutzes entwickelte sich aber auch ein gesellschaftliches Leben in der Feuerwehr. So war das erste offizielle Ereignis des Jahres 1874 der damals schon traditionelle Faschingsball am 18.01.1874. Im Laufe der Jahre entwickelte er sich zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt in Klingenberg, dessen Tradition sich bis Mitte er 1980er Jahre fortsetzte.

Hochwasser – der Main sorgt immer wieder für Einsätze der Feuerwehr

Der alljährliche Feuerwehrball wurde im Jahr 1883 allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Der Grund dafür: Klingenberg war wieder einmal vom Hochwasser heimgesucht worden und diese misslichen Umstände forderten den vollen Einsatz der Wehrmänner. Die Hochwassereinsätze ziehen sich alle paar Jahre wie ein roter Faden durch die Geschichte der Klingenberger Feuerwehr bis heute.

Inspektion durch Oberinspektor Jung, Königlicher Rat aus München

Der königliche Rat und Oberinspektor Jung aus München hatte sich für den 29. Mai 1883 zu einer Inspektion der Feuerwehr angemeldet und bat um Rückmeldung, ob sein Besuch erwünscht sei. Der Ausschuss übermittelte sein Einverständnis und ließ die Wehr zuvor noch zu zwei Übungen am 20. und 27. Mai ausrücken. Oberinspektor Jung wurde am 29. Mai vom Ausschuss am Bahnhof abgeholt. Am Abend konzertierte ihm zu Ehren die Stadtkapelle im Garten des Gasthauses „Zum Ochsen“, welches später als Rathaus diente. Auch der Königliche Bezirksamtmann Weber aus Obernburg war zu dieser Inspektion eingeladen worden. Das Ergebnis der Inspektion ist nicht überliefert, aber es darf davon ausgegangen werden, dass unter den gegebenen Umständen die Inspektion zur vollen Zufriedenheit der Obrigkeit ausgegangen ist.

Kauf einer weiteren Spritze und Jubiläumsfest

1887 wurde der Kauf einer weiteren Spritze beschlossen und die erste Diskussion über die Durchführung eines Festes zum 25-jährigen Bestehen der Klingenberger Wehr geführt.

Der unterfränkische Kreisvertreter Kircher aus Schweinfurt teilte der Wehr im Mai 1889 mit, dass der unterfränkische Kreisfeuerwehrtag nach Klingenberg vergeben wurde. Damit erhielt das Jubiläumsfest der Klingenberge Wehr am 11. August 1889 überörtliche Bedeutung und Beachtung.

Schriftführer Leonhard Müller schreibt im Protokollbuch: „Die Schlacht ist geschlagen, der Sieg ist errungen, das Fest ist bestens gelungen!“ dieser jubilierende Eintrag lässt darauf schließen, dass der Festverlauf in jeder Hinsicht sehr erfolgreich war.

Brand im Sägewerk Ühlein

Am 16. Mai 1894 rückte die Feuerwehr zu einem größeren Brand im Sägewerk Ühlein aus. Eine unberechtigte Kritik des Stadtmagistrats am Einsatz wurde mit Nachdruck zurückgewiesen. Es war zu befürchten, dass eine Dampfmaschine explodiert, deshalb konnte der Einsatz nicht in der sonst üblichen Weise durchgeführt werden. Die Hauptübung am 21. Oktober 1894 bewies erneut die Disziplin und den guten Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehr Klingenberg.

Bau der Wasserleitung – Hydranten-Zug wird gebildet

In der Generalversammlung am 20. Oktober 1895 wies Kommandant Karl Theodor Pfister eindringlich darauf hin, in der nächsten Zeit mit Licht und Feuer besonders vorsichtig umzugehen, da der Beginn der Wasserleitungs- und Kanalisationsarbeiten bei Ausbruch eines Feuers ein großes Hindernis sein werde. Nachdem die Wasserleitung und der Einbau von Wasserentnahmestellen 1896 fertig gestellt war, musste bei der Wehr ein Hydrantenzug gebildet werden. Paul Schönig wurde mit der Führung betraut und Karl Schenzler zu seinem Stellvertreter bestimmt. Ein Hydrantenwagen mit Schlauchhaspel wurde beim Stadtmagistrat beantragt.

Erste Nachtübung

Im Jahr 1903 wurde zum ersten Mal eine Nachtübung durchgeführt. Die Bevölkerung wurde darüber durch die Zeitung und die Ortsschelle informiert, um unnötige Aufregung zu vermeiden.

Martin Henning Kommandant

In der Generalversammlung im Jahr 1907 wurde Martin Henning zum Kommandant gewählt. Nach Karl Theodor Pfister war Martin Henning eine weitere profilierte Persönlichkeit, die für viele Jahre ihre Kraft in den Dienst der Feuerwehr gestellt hatte. In verschiedenen Funktionen war Martin Henning schon tätig gewesen, bis er nun an die Spitze der Wehr berufen wurde.

Erster und Zweiter Weltkrieg

In der Generalversammlung am 19. Oktober 1913 berichtete Kommandant Martin Henning vom Kreisfeuerwehrtag und brachte die erfreuliche Kunde, dass der Kreisfeuerwehrtag 1914 in Klingenberg stattfinden solle.
Daraufhin wurden die ersten Ausschüsse für die organisatorischen Vorbereitungen des 50jährigen Jubiläums gebildet. In der außerordentlichen Generalversammlung am 25. Januar 1914 gab Kommandant Martin Henning bekannt, dass im Einvernehmen mit dem Kreisvertreter Gräf der 15., 16. und 17. August 1914 als Festtage vorgesehen und ein entsprechendes Programm ausgearbeitet wurde.

Zu dieser Zeit ahnte noch niemand, welche Geschehnisse die zweite Hälfte dieses Jahres überschatten würden. Die Arbeitsausschüsse planten und ihre Tätigkeit war auf ein gutes Gelingen des Festes ausgerichtet.
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel schlugen der Tag der Mobilmachung und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 3. August 1914 ein. Alle Mühen waren umsonst gewesen, denn schweren Herzens wurde der Beschluss gefasst, das Fest ausfallen zu lassen.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 mussten sofort 20 Angehörige der Feuerwehr zum Kriegsdienst einrücken. Laut Anordnung des Reichsministeriums durfte ab 5. Dezember 1939 das Protokollbuch nicht mehr weiter geführt werden. Bereits ab dem 25. März 1939 wurden der zu dieser Zeit als Polizeiformation geltenden Feuerwehr alle vereinsmäßigen Veranstaltungen untersagt.

Brandkatastrophe im „Goldenen Fass“

Unter dem Datum vom 9. März 1944 findet sich ein ausführlicher Bericht über den Brand im Anwesen des Ehrenkommandanten Adam Spall. Innerhalb von 10 Minuten stand das mehrstöckige Gasthaus „Zum goldenen Fass“ vom Wirtschaftsraum bis zum Dachboden in hellen Flammen. Mehrere Menschen, die als Gäste und Bedienstete im Hause untergebracht waren, fanden hier den Tod.
Verschiedene Feuerwehrleute wurden verletzt und waren für einige Wochen arbeitsunfähig. Dieses grausige Geschehen ist in die Klingenberger Geschichte als besonders schlimmes Ereignis eingegangen. Die Wehren aus Röllfeld, Trennfurt, Erlenbach und Obernburg waren zur Hilfeleistung herbeigeeilt.

Neue Motorspritze – auf direktem Weg nach Klingenberg

Im Juli 1945 traf die im Jahr 1942 bei der Firma Magirus in Ulm bestellte Motorspritze TS 8 in Klingenberg ein. Durch einen glücklichen Zufall entdeckte sie ein Mitarbeiter der Firma Gebr. Spall in Uffenheim und brachte sie auf seinem Lastwagen mit.

Hans Meik wird Kreisbrandmeister

Nachdem sich Kreisbrandmeister Ernst Becker gezwungen sah, seine langjährige Tätigkeit aufzugeben, wurde Löschmeister Hans Meik 1958 zu seinem Nachfolger als Kreisbrandmeister berufen. Er hatte sich auf verschiedenen Lehrgängen an der Staatliche Feuerwehrschule in Würzburg die fachlichen Kenntnisse erworben und die abgelegten Prüfungen rechtfertigten seine Berufung.

Dachgeschossbrand in der Altstadt

Im Februar 1963 wurde die Bevölkerung Klingenbergs in den frühen Abendstunden durch Feueralarm aufgeschreckt. Das Anwesen Kubald/Wengerter in der Hauptstraße mitten in der Altstadt stand in Flammen. Im Dachgeschoß war der Brand ausgebrochen und die Feuerwehren aus Röllfeld, Trennfurt, der Vereinigten Glanzstoffwerke, das Tanklöschfahrzeug des Kreises und die Klingenberger Wehr mussten sich mächtig sputen, um dem Element Einhalt zu gebieten und eine Katastrophe zu verhindern.

Durch die enge Bauweise in der Altstadt bestand äußerst akute Gefahr für die Nachbarhäuser. Den vereinten Kräften gelang es, das Feuer einzudämmen und auf seinen Ursprung zu beschränken. Das Brandhaus wurde allerdings stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Tätigkeit der Feuerwehr wurde durch den herrschenden Frost und starken Schneefall behindert. Sehr bedauerlich war das Verhalten vieler Neugieriger, die statt mitzuhelfen oder entsprechend Platz hinter den notwendigen Absperrungen einzunehmen, den Feuerwehrleuten die schwere Aufgabe durch Unvernunft noch erschwerten.

100. Geburtstag der Feuerwehr – Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes hält Festansprache

Der einhundertste Geburtstag der Wehr wurde vom 1. bis 3. August 1964 gebührend gefeiert. Bei der Schauübung am Markplatz waren 20 Strahlrohre eingesetzt. Die Aschaffenburger Feuerwehr setzte ihre Drehleiter DL30 ein. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Albert Bürger aus Rottweil hielt die Festansprache. Der Französische Musikzug „Sapeurs de Pompiers des Colmar“ begeisterte mit seinen Darbietungen die Festgäste. Auch die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Schönigstedt (Schleswig-Holstein) und Wehren aus Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen waren zu Gast. Das Fest war gelungen.

Ära Hans Meik beginnt – Jugendfeuerwehr wird gegründet

Im Februar 1965 wurde Kreisbrandmeister Hans Meik als Vertreter Bayerns in den Ausschuss des Deutschen Feuerwehrverbandes berufen. In der Generalversammlung am 6. Januar 1966 wurde Hans Meik zum Kommandanten gewählt.

Am 26. Juli 1967 fand im Gerätehaus die offizielle Gründungsversammlung der Jugendfeuerwehr Klingenberg statt. Die eigentliche Geburtsstunde der

Jugendgruppe liegt aber schon 10 Jahre vor dieser offiziellen Gründung. Die Klingenberger Jugendfeuerwehr war nun nach der Jugendfeuerwehr Mömlingen die zweit älteste Jugendfeuerwehr im Landkreis Obernburg.

Und wieder Hochwasser

Hochwasser sorgte in der Zeit vom 23. bis 28. Februar 1970 für eine bedrohliche Situation entlang des Maines. Der Pegel lag über fünf Meter, so hoch war der Main seit 50 Jahren nicht mehr. Die Staatsstraße Klingenberg – Erlenbach musste gesperrt werden. Vier Tragkraftspritzen TS8/8 pumpten vier Tage und Nächte Wasser am Pumpenhaus an den Linden über den Damm zurück in den Main, um eine Überflutung der Altstadt zu verhindern. Der Hochwasserdamm hatte sich wieder einmal bewährt.

Erstes Löschfahrzeug für die Klingenberger Wehr

Ein denkwürdiger Tag für die Feuerwehr Klingenberg war der 18. April 1970. Bürgermeister Walter Riermaier überreichte die Schlüssel für das neue Löschfahrzeug LF8, Opel-Blitz / Ziegler an Kommandant Hans Meik.

Die Gerätehalle wurde zuvor umgebaut und renoviert. Das neue Löschfahrzeug und die neue Fahne wurden während der Festtage vom 1. bis 3. August 1970 von Kaplan Emge gesegnet. In einer Feierstunde im Feuerwehrsaal wurden Wehrmänner für 25-, 40- und 50jährige Mitgliedschaft geehrt. Im Schulhof fanden Internationale Feuerwehrwettkämpfe statt (siehe Kapitel Internationale Feuerwehrwettkämpfe).

Hilferufe über der Stadt

Am 10. November 1970 hallten Hilferufe über der Stadt. Die Feuerwehr rückte aus und konnte die Ursache klären: Ein Liebespaar wurde versehentlich im Aussichtsturm eingeschlossen.

Großbrände: Firma Hemmelrath und Pfarrkirche Trennfurt

Feuersirenen in der gesamten Umgebung schreckten am Nachmittag des 19. März 1975 die Bevölkerung auf. Es gab Großalarm. In der Lackfabrik Hemmelrath brannte es. Feuerwehren aus Miltenberg bis Aschaffenburg waren im Einsatz. Das Brandunglück forderte ein Todesopfer. Einige Werksangehörige erlitten schwere Brandverletzungen. Am 7. Juli 1975 brannte nach einem Blitzeinschlag die Pfarrkirche in Trennfurt. Zahlreiche Feuerwehren waren eingesetzt. Der Gesamtschaden betrug ca. 1 Million DM.

Das Ende von „Jumbo“

Der Mannschaftstransportwagen Ford Transit, Baujahr 1961, genannt „Jumbo“, wurde gegen Jahresende 1983 ausgemustert. Über viele Jahre hat dieses Fahrzeug, das von der Feuerwehr 1972 in Eigenleistung zum Einsatzfahrzeug umgebaut wurde, treue Dienste geleistet.

Tankerhavarie vor der Mainbrücke

Eine Tankerhavarie auf dem Main stellte am 27. April 1984 eine erhebliche Gefahr für die Stadt dar. Das Motorschiff „Burgtor“ war mit 1050 Tonnen Superbenzin beladen vor der Mainbrücke aufgelaufen. Im Einsatz waren die Feuerwehren Trennfurt, Wörth, der Enka-Werke und Klingenberg. Zur Unterstützung der Einsatzleitung war der Leiter der Außenstelle für Brand- und Katastrophenschutz, Heinrich Rückert, und die Herren der Feuerwehrschule Würzburg vor Ort. Die Mainbrücke war wegen Explosionsgefahr gesperrt.

120jähriges Jubiläum wird auf der Clingenburg gefeiert

Zum 120jährigen Jubiläum 1984 konnten viele Gäste aus nah und fern auf der Clingenburg begrüßt werden. Abordnungen der Feuerwehr Basel-Stadt und aus Bottrop waren anwesend. Ebenso konnten Gäste aus der französischen Partnerstadt Saint-Laurent-d´Arce begrüßt werden. Die Bickenbach-Laienspielgruppe führte ein Ritterspiel um Graf Bickenbach auf.

Feuerwehr wird ihres Gerätehauses „beraubt“ und in schlechte Notunterkunft gesteckt

Wegen Straßen- und Kanalarbeiten in der Altstadt wurden im Oktober 1987 die Feuerfahrzeuge und -geräte in ein Notquartier im ehemaligen Schlachthof am E-Werk ausgelagert. Dies war der Beginn einer längeren Phase der unzureichenden Unterbringung und einer Zumutung für die Feuerwehr.

In der Jahreshauptversammlung am 20. Februar 1988 teilte Bürgermeister Siegmar Markert mit, dass das alte Feuerwehrgerätehaus gegenüber der Apotheke in der Altstadt verkauft wird, obwohl die Feuerwehr noch keine adäquate Unterkunft hatte.

Feuerwehr feiert wieder Geburtstag

Vom 30. Juni bis 3. Juli 1989 wurden die Jubiläumsfeste „125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Klingenberg“ und „10 Jahre Grubenwehr“ verbunden mit dem Kreisfeuerwehrfest gefeiert. Mit einem ansprechenden Musikprogramm, zwei Festzügen, einem Empfang mit Ehrungen, einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche mit anschließender Totenehrung am Ehrenmal auf dem Friedhof und einer großen Einsatzübung in der Altstadt wurden die Jubiläen und das Kreisfeuerwehrfest dem Anlass entsprechend gebührend gefeiert.

Feuerwehr Klingenberg ist innovativ

Die Feuerwehr Klingenberg legte Anfang Mai 1994 als erste Feuerwehr im Landkreis Miltenberg die Leistungsprüfung „Technische Hilfeleistung Stufe THL 1“ ab, die es seit Beginn des Jahres 1994 gibt. Die Lokalpresse berichtet hierüber in einem großen Artikel mit drei Fotos am 13. Mai 1994.

Clingenburg Festspiele mit der Feuerwehr

Am 30. Juni 1994 hieß es zum ersten Mal „Vorhang auf“ für die Clingenburg Festspiele mit der Premiere des Stückes „Die Freier“ von Joseph Freiherr von Eichendorff. Seit dieser ersten Premiere übernehmen wir den Sicherheitsdienst auf der Burg und die Verkehrsüberwachung an der Schranke an der Einmündung Clingenburgstraße.

Großalarm: Dachstuhlbrand in der Altstadt

Großalarm wurde am 4. November 1994 gegen 19.30 Uhr ausgelöst. Der Grund: Ein Dachstuhlbrand in der Hauptstraße 17 in der Altstadt. Folgende Feuerwehren waren im Einsatz: Klingenberg, Röllfeld, Trennfurt, Wörth, Erlenbach-Stadt, Erlenbach-Siedlung, Großheubach und Obernburg. Des Weiteren waren Polizei, Rettungsdienst, Stadtwerke und die Kreisverwaltungsbehörde vor Ort. Die Wehren konnten durch das schnelle Eingreifen verhindern, dass die Flammen in der dicht bebauten Altstadt auf Nachbargebäude übersprangen. Der Einsatz der Feuerwehrleute gestaltete sich aufgrund der schmalen Gassen in der Altstadt schwierig. Das Dachgeschoß und der Dachstuhl brannten vollständig aus. Personen wurden bei dem Unglück glücklicherweise nicht verletzt. Die Bewohner des Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Mit Nachlöscharbeiten und der Brandwache dauerte der Einsatz bis in den Spätnachmittag des nächsten Tages.

Städtische Arbeiter „untergraben“ Feuerwehr

In der Woche vom 12. bis 17. Dezember 1994 wurde die Einsatzbereitschaft der Wehr sehr stark eingeschränkt. Die dafür Verantwortlichen haben dabei wohl „nichts gedacht“, oder nach dem Prinzip „Oh Heiliger Sankt Florian, verschon unsre Stadt, zünd´ andre an“. gehandelt. Direkt vor dem Notfeuerwehrhaus wurde ohne vorher die Feuerwehr zu informieren ein Graben ausgehoben zur Verlegung einer Gasleitung. Wehrmänner haben am 17. Dezember 1994 den Graben teilverfüllt, was sich als richtige Maßnahme erwiesen hat, denn in den Abendstunden musste Die Wehr zu einem Einsatz ausrücken.

Und wieder einmal „Land unter“

Am Sonntag, 29. Januar 1995, kurz vor Mitternacht hieß es „Land unter“ in der Rotweinstadt. An der Maindammgarage staute sich Wasser zurück. Nachdem das angestaute Wasser immer höher stieg, wurde Alarm ausgelöst. Bald war die Brückenstraße im Bereich der Dammgarage vollgelaufen und das Wasser begann über die Lindenstraße in die Altstadt und auf den Winzerfestplatz zu schwappen. Unsere Wehr, die von den Kameraden aus Röllfeld und Trennfurt unterstützt wurde, tat ihr Möglichstes, aber das Wasser stieg immer stärker, so dass weitere Wehren gerufen werden mussten. Im Einsatz waren neben den drei Klingenberger Wehren die aus Erlenbach-Siedlung, Mechenhard, Streit, Schmachtenberg, Mönchberg, Röllbach und Großheubach. Aus Großostheim wurden starke Pumpen herbeigeschafft. Bis zu 170 Aktive Dienstleistende waren vor Ort. Insgesamt wurden mittels 30 Schlauchleitungen 15.000 Liter Wasser pro Minute in den Main zurückgepumpt. Dank der eingeleiteten Maßnahmen blieb die Altstadt trocken. Wie sich später herausstellte, waren die Pumpen im Hebewerk des Abwasserzweckverbandes in der Nähe der Wassertretanlage ausgefallen. Dadurch wurde der Rückstau verursacht. Auch die Staatsstraße Klingenberg – Erlenbach musste gesperrt werden. Das Wasser reichte bis an den Fuß der Weinberge und der Straßen- und Uferbereich glich einer Seenlandschaft. Ab 1. Februar 1995 waren die überfluteten Straßen im Landkreis wieder befahrbar. Der Pegel ging merklich zurück.

Feuerwehr Klingenberg: Eigeninitiativ, kreativ und bei kuriosen Einsätzen aktiv

Bei der Dienstversammlung am 6. Januar 1996 wurde das gebraucht erworbene Lichtmastfahrzeug offiziell in Dienst gestellt. Mitglieder der Feuerwehr Klingenberg haben das Fahrzeug in ihrer Freizeit neu lackiert sowie den Schaltschrank generalsaniert und damit auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Am 8. August 1996 wurde die Wehr vom Rettungsdienst angefordert. Auf einer Baustelle in der Hauptstraße 25 hatte sich ein Schreinerlehrling auf einem Baugerüst mit einem Druckluftklammerer einen Nagel in das Knie „geschossen“ und konnte das Bein nicht mehr bewegen. Das verständigte Rote Kreuz forderte daraufhin die Feuerwehr zum „Abseilen einer verletzten Person“ an. Der Verletzte konnte durch Aus- und Umbau des Gerüstes aus einer Höhe von 5,50 Meter waagrecht auf der Krankentrage liegend gerettet werden.

Der Einsatz der Klingenberger Wehr am 14. März 1997 kann durchaus unter der Rubrik „Kurioses“ verbucht werden. Um 17.40 Uhr wurde die Wehr zu einem Kellerbrand in der Straße Am Leisbaum gerufen. Es brannte ein Kunststoffeimer neben der Heizungsanlage sowie Elektroverlängerungskabel. Nachdem die Polizeistreife eingetroffen war, entdeckten die Beamten im Kellerraum eine kleine „Plantage“ mit Cannabispflanzen. Der Einsatzberichterstatter versicherte jedoch, dass keiner der am Einsatz beteiligten Feuerwehrdienstleistenden „high“ wurde.

Nach zehn Jahren Notquartier endlich ein entsprechendes Feuerwehrgerätehaus

Ein von der Wehr lang ersehntes Ereignis wurde endlich Wirklichkeit: Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde am Freitag, 17. Oktober 1997 um 18.00 Uhr offiziell seiner Bestimmung übergeben. Eine stattliche Zahl an Ehrengästen und Vertretern der örtlichen Vereine nahm an der Feierstunde teil. Am 18. und 19. Oktober 1997 wurde das Ereignis mit einem „Tag der offenen Tür“ gebührend gefeiert. Es war eine rundum gelungene Sache. Das Main-Echo titelte damals: „Nach schier endloser Obdachlosigkeit hat die Klingenberger Wehr nun ein Zuhause“. Wie wahr!

Gebrauchtes Löschfahrzeug LF8 – Ausrüstung für Grubenwehr

Am 30. Juni 1999 traf das von der Gemeinde Lensahn (Ostholstein) erworbene Löschfahrzeug LF8 ein. Das Fahrzeug wurde speziell für die Grubenwehr mit Schleifkorbtrage und Rettungsgeräten für die Rettung aus Höhen und Tiefen ausgestattet.

Wieder Eigeninitiative der Feuerwehr

Das Lichtmastfahrzeug wurde am 7. November 2003 offiziell übergeben und gesegnet. Die Wehrleute haben das neue Fahrzeug, das alte Fahrgestell war nicht mehr tauglich, in Eigenregie angeschafft und die Lichtgiraffe und das Stromaggregat entsprechend in Eigenleistung umgebaut. Der Lichtmast hat eine Höhe von neun Meter und ist mit sechs Flutlichtstrahlern mit je 1500 Watt sowie drei tragbare 1500-Watt Strahler bestückt.

Gerätewagen Logistik

Am 17. November 2006 wurde der neue Gerätewagen Logistik offiziell an die Wehr übergeben. Den kirchlichen Segen erhielt das Fahrzeug von Pfarrer Prof. Dr. Dieter Feineis und Pfarrerin Marjaana Marttunen-Wagner. Zahlreiche Gäste, darunter eine Abordnung der Feuerwehr Klingenberg-Heilbronn nahmen an der Feierstunde teil. Das Doppel-Quartett des Musikvereins Klingenberg umrahmte die Feierstunde musikalisch.

Einsatz für die Grubenwehr

Einsatz für die Grubenwehr: Am 30. Juni 2010 ereignete sich ein Grubenunglück unter Tage im Tonbergwerk der Stadt Klingenberg a.Main. Ein 57-jährger Bergmann wurde in der Abbaustrecke von einem sich lösenden 750 Kilo schweren Tonbrocken an Kopf und Schulter getroffen. Der Schwerverletzte wurde von der Grubenwehr mit der Schleifkorbtrage von der Abbaustrecke durch den Förderstollen zum Schacht gebracht. Mit dem Förderkorb wurde er über Tage ausgefahren. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der schwerverletzte Bergmann ins Klinikum Aschaffenburg gebracht. Dank des schnellen und beherzten Eingreifens der Notärztin und der Grubenwehr konnte der Bergmann gerettet werden.

Großbrand Sägewerk Michel

Am 6. Juni 2013 gegen 0.45 Uhr alarmierte ein Anwohner die Feuerwehr. Er war auf starken Rauch aufmerksam geworden, der vom Areal des ehemaligen Sägewerkes Michel ausging. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das gesamte Areal mit mehreren Gebäuden in hellen Flammen. 150 Feuerwehrleute versuchten, den Großbrand unter Kontrolle zu bringen. Es gelang erst gegen drei Uhr. Verletzt wurde niemand, doch das unbewohnte Haus daneben war nahezu abbruchreif.

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